Donnerstag, 26. Juli 2012

vegan essen in Kiel / Kneipenkollektiv Subrosa / Elisabethstr. 25, Kiel

Bedingt durch einen beruflichen Aufenthalt in Kiel war ich mal wieder auf der Suche nach einem vegetarisch-veganen Restaurant. Man will ja auch auf Reisen gerne mal "komplett" essen und nicht immer nur die Athena-Platte ohne Fleisch und Tsatsiki oder die Carbonara ohne Sahne und Ei. Manche Restaurant-Köche sind da ja durchaus kreativ und freuen sich, dass sie mal etwas außerhalb der normalen Speisekarte kochen dürfen. Dennoch ist zu oft die lange Weile in normalen Restaurants für denjenigen an der Tagesordnung, der nix von Tieren essen möchten.



Mitten im Kieler Stadtteil Gaarden findet man in der Elisabethstraße 25 das Subrosa. Betreiber ist ein bunter Haufen von lustigen und lustvollen Gleichgesinnten, das Kneipenkollektiv, das kocht, bedient und authentisch freundlich die Gäste versorgt. Ich für meinen Teil verlasse Restaurants im Normalfall zumeist gerne schnell und direkt nach dem Essen, weil mir die Athmo zu nervig, zu oberflächlich, zu unfreundlich, zu was auch immer ist. Ganz im Gegenteil dazu das Subrosa. Hätte ich nicht noch arbeiten müssen, ich wäre Stunden geblieben. Das Ambiente ist mit einem Hauch Anarcho-Trash und einer ordentlichen Prise D.I.Y.-Kultur genau der Balsam für die Seelen derer, die ihr Brot außerhalb gleichsam alternativer Konzepte verdienen und sich gelegentlich die Frage stellen, wen diese unterschiedlichen Lebens- und Versorgungskonzepte letztlich warum und wo hinführen.



Die Speise- und Getränke- bzw. Cafékarte ist umfangreich und abwechslungsreich, die Preise von freundlich bis elegant angemessen und fast alles gibt es auch in einer veganen Variante. Angefangen bei Kleinigkeiten wie extrem leckere, fluffige und selbstgebackene Apfel-Zimt-Muffins für einen Euro, über Suppen für 3 bis 4 Euro und Pizza um 5 Euro, liegt das aktuell teuerste Essen bei 7,70 Euro. Dafür gibt es dann Reis-Mandel-Champignons oder Empanadas aus dem Ofen. Wer dann noch nicht satt ist (die Portionen sind durchaus amtlich), die für den Norden obligatorische Rote Grütze (2,90 bis 3,90 Euro) steht genauso auf der Speisekarte wie wechselnde süße Leckereien aus dem eigenen kollektiven Backofen. Für die Trinker unter uns gibt es das volle Kneipenprogramm mit oder ohne Umdrehungen, ein Glas Mineralwasser für 0,80 Euro, Bio-Weine (Glas 3,20 bis 4,50 Euro, Flasche bis 13,00 Euro) genauso wie Farb- und Konservierungsstoffe mit Zucker und Kohlensäure (Cola 2,20 Euro) und Bier vom Fass (Astra, 0,5 L für 3,00 Euro) und aus der Flasche (Jever, 2,30 EUR) - gelebte Toleranz am Kneipentresen.



Für uns (also der Kollege Mr. Schwarz und ich) gab es nach dem ersten Apfel-Zimt-Muffin (s. o.) reichlich Pommes-Curry für 6,00 EUR. Die Pommes oberer Imbiss-Standard, gut gewürzt, knusprig und frisch, die Currywurst aus Soja, soft im Biss mit hausgemachtem Ketchup, nahezu delikat, nicht aufdringlich, aber gerade das notwendige Bisschen würzig genug, um mehr das Kaugefühl als den Geschmack der Wurst in den Vordergrund zu stellen. Delikat! Dazu dann noch ein kleine Salatbeilage mit Dressing und ein Töpfchen vegane Majo - also mehr als die Vollbedienung! Haben diese Derivate, bei dem Versuch dem Original nahe zu kommen, doch oft einen seltsamen und nicht immer wirklich leckeren Nach- oder Eigengeschmack, trifft die Köchin im Subrosa mit ihren Kreationen einen ganz eigenen, originellen und hochgradig leckeren Farbton auf der Palette der Geschmacksrichtungen, der mir in dieser Form und Qualität bisher nicht untergekommen ist. Kompliment! Eine Spezialität im Subrosa sind die Wahren Pommes. Hausgemachte Kartoffelschnitze, frittiert, gesalzen und kochend heiß mit Aioli und Salat auch für 6 Euro serviert. Aus meiner Sicht preislich auf Grund der damit verbundenen (Mehr-)Arbeit sicherlich noch angemessen, aber irgendwie doch 'nen Euro zu teuer. Lecker allemal, obwohl wir bereits schon zu satt waren, die wahre Liebe zum Produkt, die in den Fritten im Überfluss steckt, mit der angemessenen Andacht herauszuschmecken bzw. zu würdigen. Trotzdem noch'n Muffin hinterher und Vanilla Chai Soja Latte zum Abschluss - hervorragende cremige Konsistenz im Schaum, verhaltene Süße im Chai, um das Aroma zu unterstützen und nicht zu überdecken.
Mehr als satt konnten wir im Subrosa entspannt dem munteren Treiben junger Eltern, freilaufender Hunde, Kicker-spielender Alt-Hippies, vegetarischer Senioren und der kollektiven Betreiber folgen und den Tag so richtig gut sein lassen. Währenddessen zündet die Küche ein kulinarisches Highlight nach dem anderen und schiebt liebe- und kunstvoll arrangierte Teller durch die Ausgabe, so dass mir klar war, dass ich die Pommes-Fraktion besser hätte verlassen sollen und meine Begeisterung für das Subrosa immer größer wurde. Da gehe ich - wann auch immer - bestimmt wieder hin und ihr solltet das unbedingt auch tun … ein Hoch auf das Kneipenkollektiv Subrosa in Kiel-Gaarden!

Kommentare:

  1. Jetzt fehlt nur noich der Royal-Veggie-Döner in Irem Angebot......... http://royal-veggie-doener.eu/royal/

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  2. Mein Mann, meine Söhne und ich wollten meinen Bruder, der in Kiel lebt, zu seinem Geburtstag zum Essen einladen. Da einer meiner Söhne Veganer ist, schaute ich im Internet nach Gaststätten in Kiel, in denen man vegan essen kann. Mir fiel die obige Beurteilung auf, so dass wir beschlossen, hier zu essen.
    Wir haben unsere Bestellung aufgegeben und die Getränke auch bekommen. Wie wir im Laufe des Abends mitbekamen, gab es statt der Tortellinis Bandnudeln, statt der Pizza mit vier Käsesorten Pizza mit drei Käsesorten usw.

    Kann alles passieren, aber warum wir gar kein Essen bekamen, wurde uns trotz Nachfrage nicht beantwortet. Es kam auch kein Wort des Bedauerns, keine Entschuldigung. Stattdessen sagte uns die Bedienung, dass er mit mir nicht darüber diskutieren würde.

    Wenn man Leuten wie uns (die weder tätowiert noch gepierct sind) kein Essen servieren möchte, hätte man es gleich am Anfang sagen können, dann hätten wir die Chance gehabt, uns ein anderes Lokal zu suchen, in dem wir satt geworden wären.

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  3. Ich habe diese (anonyme) Kritik veröffentlicht, auch wenn mir die Art und Weise der Kritik nicht gefällt.

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  4. Ich war heute zum ersten Mal im subrosa. Aufmerksame Bedienung, leckeres veganes Essen ohne Wenn und Aber. Wiederholungsgefahr!

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